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 Medien: Filme

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Krätzchen

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BeitragThema: Medien: Filme   Di Apr 05, 2011 10:32 pm

Schon "Black Swan" gesehen? Wie die perfektionistische Ballerina an ihren Nagelbetten herumzerrt? Wer da nicht an Skin-picking erinnert wird, lebt im glückseligen Zustand der Ahnungslosigkeit ... Übrigens wurde mir übel, als ich die Szene gesehen habe. Was interessant ist: Schließlich mache ich das doch öfter selbst und finde nichts Schlimmes daran. Allerdings ist es in meinem "realen Leben" auch nicht so packend dramatisiert ...
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Hanni



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BeitragThema: Re: Medien: Filme   Mi Apr 06, 2011 6:29 am

Ja ich habe den Film auch schon gesehen und fand die Szene ganz schön 'schmerzhaft'. Kam mir zeitweise in einen Jacka*s Film versetzt vor Wink

Ich schätze mal, nicht-AE-ler können den Schmerz schon gut nachempfinden (jeder hatte ja schon mal so ne kleine fiese Stelle am Finger, an dem man rumpuhlen musste..) Aber wir können eben ein weiteres Spektrum sehen, was einen dazu treibt, was man (neben dem Schmerz) sonst noch so empfindet und dass man danach eben auch Schuldgefühle undso hat.

Ist ja genau wie beim Pickelausdrücken. Selbst wenn ich mir AE-unabhängig mal einen einzigen Pickel ausdrücke, fühle ich mich ja schlecht und schuldig. Das würde ein anderer vermutlich nicht tun.
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Krätzchen

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BeitragThema: Vergleich: Black Swan - Die Klavierspielerin   So Jul 24, 2011 1:34 pm

Der Film "Black Swan" von Darren Aronofsky erinnert an eine aktuelle Variante des Stoffs, der aus dem Roman "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek bekannt ist.

Hier wie dort ge-/missbraucht eine ehrgeizige/mit ihren eigenen Lebensplänen gescheiterte Mutter ihre Tochter als Instrument ihres Ehrgeizes: um über sie zu Ruhm zu gelangen. Eine über-fürsorgliche, kontrollierende Mutter. Sie behauptet, sie hätte sich aufgeopfert und zugunsten der Tochter auf ihr eigenes Vorankommen "verzichtet". Damit verurteilt sie unausgesprochen die Tochter dazu, ein Leben als Stellvertreterin zu führen.

Symbolik

Bolero: bedeckt züchtig die (ansonsten nackten) Schultern, verdeckt die "Wunden"
Gestrickter Pullover (zT mit Kapuze): Nina wird umgarnt und behütet von der Fürsorge ihrer Mutter, bleibt schutzbedürftig, kindlich. Bei der Klavierspielerin Erika ist es die rosa Strickjacke, die „das Kind“ immer anziehen soll
Kuscheltiere – muss man wohl nicht weiter erklären
Blut: Menstruationsblut/Wunde/Selbstverletzung (zum Schluss: Blut kommt aus Ninas Mitte, aus dem Bauch, dem Unterleib)
Farbsymbolik - Rosa: Mädchen, Rot: Frau, Schwarz: das Verderben, weiß: die Unschuld

Lippenstift-Klau aus der Garderobe ihrer Vorgängerin: Nina verucht, sich die Weiblichkeit der Vorgängerin anzueignen. Interessanterweise klaut sie auch deren Nagelfeile.

Federn: Das Mädchen wird flügge, aber auf "verdorbene" Art (schwarze Federn) und das Wachsen der Federn ist schmerzhaft, es durchlöchert ihre Haut.
Selbstverletzung: Pianistin Erika schneidet sich zwischen den Schenkeln mit Rasierklingen und spürt dabei keinen Schmerz. Das passiert immer nach besonders demütigenden Erlebnissen. Als Selbstbestrafung. Nina hat Wahnvorstellungen, dass aus ihren Schultern Flügel herauswachsen, nach solchen "Trance-Zuständen" stellt sie fest, dass ihre Haut an den Schulterblättern zerkratzt (aufgeschürft) ist. Die Weiblichkeit will heraus ("Es ist Zeit für die Verwandlung", sagt der Ballett-Direktor, der diesen Wandel aber nur für seine Zwecke ausbeuten will).

Fingernägel: Krallen. Symbol weiblicher Wehrhaftigkeit, zumal, wenn sie rot lackiert sind. Nina trägt keinen Nagellack (oder nur durchsichtigen). Weil sie mit den Fingernägeln ihre eigene Haut zerkratzt, stutzt Mama ihr auf übergriffige Art die Krallen mit der Nagelschere.

Kleider: blumige, feminine Kleider, die gekauft werden, aber ungenutzt im Schrank hängen, symbolisieren die ungelebte Weiblichkeit der Klavierspielerin Erika.

Gesellschaftlich mitgetragener Körperwahn verschiedenartiger Ausprägung

Rote, blutige Kratzspuren auf Ninas Schulterblättern. Die Mutter sagt: "Hast du dir wieder die Haut zerkratzt? Mädchen, du musst das verstecken! Zieh den Bolero an!" Offensichtlich ist selbstverletzendes Verhalten bei Nina schon in der Vergangenheit keine Seltenheit gewesen. Aber die Mutter denkt nicht daran, den wahren Grund dafür herauszufinden, sondern befiehlt der Tochter nur, die sichtbaren Folgen zu kaschieren.

Magersucht/Kotzanfälle: Nina ist auf klapperdürr heruntergehungert, gönnt sich nicht mal ein Stück Kuchen zum Geburtstag. Ihr Körper besteht vom vielen Training nur aus Muskeln. Nach demütigenden Erlebnissen rennt sie auf die Toilette, um sich zu übergeben. Kurz vor der Premiere ist sie noch magerer als am Anfang. Die Theater-Schneiderin lobt: „Du hast abgenommen – perfekt!“ und näht ihr das Schwanenkostüm aufs neue Mager-Maß.

Bei Erika wird oft betont, dass ihr Hintern und ihre Beine zu dick sind. Individuelle Schönheit zählt nicht, sondern ob eine Frau die herrschenden Vorgaben erfüllt.

Namen

Die Klavierspielerin: Mutter: ? (namenlos)
Tochter: Erika (wird in den gängigen Interpretationen eher als „das Heidekraut“ gedeutet)

Black Swan: Mutter: Erica (!) die alleinige Herrscherin
Tochter: Nina (das Kind, die Reine)

Sexualität

Erika versucht – wie sie ahnt, ein letzter verzweifelter Versuch -, mit einem viel jüngeren Klavierschüler sexuelle Bande zu knüpfen. Zunächst soll es eine ganz normale Lehrer-Schüler-Affäre sein, als das aber nicht klappt (es bereitet ihr keine Lust), versucht sie es mit einer sado-masochistischen Beziehung, wobei sie für sich den masochistischem Part wählt. Aber auch diesmal empfindet sie keine Lust. Allerdings entdeckt ihr „Liebhaber“ fatalerweise, dass ihm Sadismus Spaß macht.

Nina soll für die Rolle ihre Sexualität entdecken, das ist eine vom Ballett-Direktor auferlegte „Hausaufgabe“. Er verbindet dies mit Druck: Wenn sie es nicht schafft, wird er die Rolle der Konkurrentin geben. Er nutzt außerdem Verführung, um die dunkle Seite aus ihr hervorzulocken. Einiges spricht dafür, dass er ähnlich auch schon bei ihrer Vorgängerin verfahren ist.

Weder Nina noch Erika haben Sex mit gleichaltrigen Männern. Nina träumt von Sex mit Lilly, ihrer Konkurrentin und dunklen Seite. In einer Szene wird sie von dem Ballett-Direktor verführt, aber es kommt nicht zu Sex.

In beiden Familien ist der Vater abwesend.

Bei beiden Protagonistinnen kommt es zu schweren Kämpfen mit der Mutter, als die Tochter unartig wird und es offensichtlich auf sexuelle Erlebnisse anlegt: Erika kauft sich wieder ein Kleid, kommt zu spät von der Arbeit nach Hause, bringt schließlich ihren Liebhaber ins Haus. Nina geht nachts aus, betrinkt sich und nimmt Drogen.

Todesart

Bei Nina: dramatisch-blutig, mit Spiegelsplitter erdolcht, mit dem Suizid dem Muster der Rolle folgend.

Erika vergeht nur ins Unbestimmte, ein dramatischer Tod wird ihr nicht zugestanden.

Unterschiede

Obwohl Erika als Frau nie richtig aufgeblüht ist, „verwelkt“ sie schon: Sie geht auf die 40 zu, ohne je erfüllenden Sex erlebt zu haben.

Nina ist Anfang 20 (?) und noch nicht aufgeblüht. Anscheinend noch Jungfrau und eine, die sich aus Prüderie nie selbst befriedigt.

Nina projiziert sich in die Rolle des Schwans aus „Schwanensee“. Eigene dunkle Aspekte der Sexualität lagert sie in ihre Gegenspielerin aus. In einem Anfall von Wahn meint Nina, sie hätte ihre Gegenspielerin erdolcht. Wobei sie letztlich aber den Spiegel-Splitter in ihr eigenes Fleisch treibt.

Erika hat keine konkrete Rolle aus einem Theaterstück, an der sie sich orientieren und die sie sich selbst auferlegen könnte. Sie imitiert aber – in der Hoffnung, doch noch als Künstlerin zu gelten – das klischeehafte Gehabe, das in Kreisen von klassisch ausgebildeten Musikern in Wien der 80er wohl üblich war (oder noch ist). Obwohl sie von Kindesbeinen mechanisch ihre technische Perfektion trainiert – wie ein Zirkuspferd, das zu Kunststückchen dressiert wird –, erstrebt sie das Ideal des romantisch-genialischen Künstlers. Dabei ist in Wirklichkeit nur eine Klavierlehrerin aus ihr geworden, weil es für die Karriere als künstlerische Konzertpianistin eben doch nicht gereicht hat.

Erika hat auch keine ebenbürtige Gegenspielerin. Sie empfindet aber ihre begabteren und sinnlicheren Schülerinnen als Bedrohung. In einer Szene sorgt sie dafür, dass die Hände ihrer besten Schülerin durch Glassplitter zerschnitten werden (so dass sie nicht mehr Klavier spielen kann).

Erika scheitert künstlerisch wie sexuell. Nina gelingt es, perfekt ihre Rolle zu verkörpern – aber nur um den Preis ihres Todes.
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BeitragThema: Re: Medien: Filme   Mi Sep 07, 2011 9:19 am

Ich habe den Film nie gesehen. Aber ich bewundere sehr Deine Fähigkeit, den Vergleich zwischen den beiden Werken so toll zu formulieren und den Durchblick zu haben. Hat das etwas mit Deinem Beruf zu tun?
Hochachtung!
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Krätzchen

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BeitragThema: Re: Medien: Filme   Do Sep 08, 2011 4:43 pm

oh, danke! *rotwerd* Mit dem Beruf hat es nicht direkt zu tun, eher mit meinem lange zurückliegenden Studium der Literaturwissenschaft. Elfriede Jelinek, und damit u.a. "Die Klavierspielerin", war Prüfungsthema. Und wenn man dann einen Film mit so ähnlicher Thematik sieht, ist es unvermeidlich, dass die Erinnerung wieder hochkommt.
"Black Swan" ist jetzt übrigens schon auf DVD rausgekommen, falls du ihn dir mal anschauen willst. Es gibt auch eine etwa fünf Jahre alte Verfilmung von "Die Klavierspielerin" (Regie Michael Haneke), aber die finde ich nicht so gut. Ist bei mir aber vielleicht auch nur die typische Reaktion von jemandem, der erst das Buch gelesen hat und dann ins Kino geht.
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